Blankenese hat mehr zu bieten als nur das Treppenviertel – der Stadtteil besitzt einen der schönsten Strände Hamburgs. Feiner Sand, vorbeiziehende Containerschiffe und im Hintergrund die weißen Villen am Elbhang: Diese Kombination aus Großstadt und Erholung begeistert nicht nur Hamburger. Die New York Times kürte den Elbstrand 2017 sogar zu einem der zehn Lieblingsorte am Wasser in ganz Europa.
Der Strandabschnitt erstreckt sich vom Blankeneser Ortskern über das Falkensteiner Ufer bis nach Wittenbergen – insgesamt mehrere Kilometer feinsandiger Naturstrand. Hier, wo einst Fischer ihre Boote zu Wasser ließen, können Sie heute die Füße in den Sand stecken und dem Treiben auf der Elbe zusehen.
Das Falkensteiner Ufer
Das Herzstück des Blankeneser Elbstrands ist das Falkensteiner Ufer. Der weitläufige Naturstrand bietet alles, was man sich wünscht: breite Sandflächen, romantische Strandkörbe, kleine Wald- und Uferwege zum Spazieren. Bei gutem Wetter fühlt man sich hier fast wie an der Nordsee – nur dass statt Möwen riesige Containerschiffe vorübergleiten.
Besonders beliebt ist der Strand bei Sonnenuntergang, wenn das Wasser golden glitzert und die Silhouetten der Hafenkräne am Horizont verschwimmen. Dann verstehen Sie, warum die Blankeneser ihren Elbstrand so lieben.
Der Elbstrand in Blankenese – Foto: BugFix, CC BY-SA 4.0
Die Fähre: Hamburgs günstigste Hafenrundfahrt
Am Blankeneser Strand liegt der Fähranleger mit dem kuriosen plattdeutschen Namen „Op'n Bulln" (etwa: „Auf dem Hügel"). Von hier verbindet die HADAG-Fähre Linie 62 Blankenese mit den Landungsbrücken – und das mit einem normalen HVV-Ticket.
Diese Fahrt ist ein echter Geheimtipp: Für den Preis einer Busfahrt erleben Sie eine komplette Hafenrundfahrt. Die Route führt vorbei an Finkenwerder, dem Airbus-Werk und dem geschäftigen Treiben des Hamburger Hafens. Wer clever ist, steigt in Blankenese ein, genießt die Fahrt und kehrt mit der S-Bahn zurück – oder umgekehrt.
Fährverbindung ab Blankenese
- Linie 62: Blankenese → Cranz → Finkenwerder → Landungsbrücken
- Fahrzeit: ca. 30 Minuten bis Landungsbrücken
- Takt: alle 15–30 Minuten
- Ticket: normales HVV-Ticket (kein Aufpreis!)
- Tipp: An Deck bleiben und den Hafen von seiner schönsten Seite erleben
Hundestrand am Falkensteiner Ufer
Hundebesitzer aufgepasst: Am Falkensteiner Ufer gibt es einen ausgewiesenen Hundestrand, an dem Vierbeiner ohne Leine toben dürfen. Die Freilauffläche befindet sich zwischen dem Abgang Falkensteiner Weg und der Falkenschlucht – ein Paradies für Wasserratten mit vier Pfoten.
Im Winterhalbjahr (etwa ab Oktober) ist die Leinenpflicht an weiten Teilen des Strandes aufgehoben, was den Elbstrand zur beliebten Anlaufstelle für Hundespaziergänge macht. Im Sommer sollten Hundehalter die ausgeschilderten Bereiche beachten, um Konflikte mit Badegästen zu vermeiden.
Übernachten am Strand
Das ElbeCamp am Falkensteiner Ufer ist einer der ungewöhnlichsten Campingplätze Deutschlands: Einschlafen mit dem Plätschern der Wellen, aufwachen mit Blick auf vorbeiziehende Containerschiffe. Das zugehörige Café Lüküs lädt auch Tagesgäste zur Pause mit Strandblick ein.
Baden in der Elbe?
Im Sommer ist das Falkensteiner Ufer ein beliebter Badestrand, im Abschnitt Wittenbergen sogar DLRG-überwacht. Mutige stürzen sich in die Fluten – allerdings ist Vorsicht geboten.
Bitte beachten
Die Elbe ist kein ausgewiesenes Badegewässer. Die Strömung kann tückisch sein und wird durch den Schiffsverkehr noch verstärkt. Besonders gefährlich sind die nicht sichtbaren, steil abfallenden Kanten unter Wasser. Baden geschieht auf eigene Gefahr – Kinder immer beaufsichtigen!
Fischerboote an der Elbe – Foto: Ra Boe, CC BY-SA 3.0
In der Nähe entdecken
Ein Strandtag lässt sich wunderbar mit anderen Ausflugszielen verbinden: Direkt am Strand steht der Leuchtturm Unterfeuer mit seiner Aussichtsplattform. Von dort sieht man die unbewohnte Elbinsel Neßsand, ein Naturschutzgebiet mit vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt.
In der Nähe liegt der Römische Garten, eine private Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert, die heute öffentlich zugänglich ist. Und wer noch fit ist, kann vom Strand aus die Treppen des Viertels hinauf zum Süllberg erklimmen – und wird mit einem der schönsten Panoramen Hamburgs belohnt.
Praktische Infos
- Anfahrt: S-Bahn S1 bis Blankenese, dann zu Fuß durch das Treppenviertel (ca. 20 Min.) oder Bus 488 bis „Strandweg"
- Parken: Am Wochenende ist das Falkensteiner Ufer ab 10 Uhr für Nicht-Anlieger gesperrt. Parkplatz am Rissener Ufer oder Wittenbergen nutzen.
- Einkehr: Fischbrötchen-Imbisse am Strand, Café Lüküs im ElbeCamp
- Beste Zeit: Spätnachmittag für den Sonnenuntergang, Frühmorgens für Ruhe
- Toiletten: Keine direkt am Strand, im Hirschpark oder in Cafés der Umgebung
Der perfekte Blankenese-Tag
Unser Tipp: Starten Sie oben im Treppenviertel, wandern Sie durch die verwinkelten Gassen hinunter zum Strand, genießen Sie ein Fischbrötchen mit Elbblick und nehmen Sie zum Abschluss die Fähre zurück in die Stadt. Planen Sie einen halben Tag ein – es lohnt sich.